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Vera Lengsfeld über Bürgerrechtler, Präsidentschaftskandidat Gauck und ein bewegtes Leben

Montag, Februar 27th, 2012

Dicht gedrängt saßen die Zuhörer am vergangenen Donnerstag in der Stadtbibliothek Halle. Sie alle wollten die streitbare  Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld und ihr Buch „Ich wollte frei sein: Die Mauer, die Stasi, die Revolution“ kennenlernen. Die Veranstaltung wurde von der Friedrich-Naumann-Stiftung organisiert.

Die Bürgerrechtsbewegung, die zu DDR-Zeiten noch gar nicht so hieß, aber auch nicht Opposition genannt werden durfte, fand ihren Schutz in der evangelischen Kirche. Die Regierenden hatten wohl ihre Erlaubnis, dass sich die Menschen im Schutz der Kirche relativ frei bewegen durften, unterschätzt. Nicht nur die ältere Generation – wie der Staatsapparat hoffte – fand sich unter den Dach der Kirche ein, sondern auch Vertreter der politischen Opposition. Diese entwickelte  sich am Ende der 70er Jahre. Lengsfeld berichtete wie schwierig es war, sich zu treffen  und zu artikulieren, ohne gegen die Gesetze der DDR zu verstoßen. Schließlich ist sie Mutter von drei Kindern und wollte einen Aufenthalt in den berüchtigten Stasi-Gefängnissen nicht riskieren.

Selbst in einer DDR-konformen Familie aufgewachsen, bekam sie die ersten Zweifel am System nach einem angeblichen  Rolling-Stones-Konzert auf dem Springer-Hochhaus. Das Konzert war vom Sender RIAS aus Westberlin angekündigt, aber sofort wiederrufen worden. Trotzdem strömten Jugendliche aus dem ganzen Land in  die Hauptstadt, um das vermeintliche Konzert zu erleben. Viele von ihnen wurden schon in den Zügen festgesetzt oder in Berlin selbst „eingesammelt“.

In den 80er Jahren  fand  die Bürgerrechtsbewegung immer mehr mutige Anhänger, obwohl sich jeder einem großen Risiko aussetzte. Wegen eine Spruchbandes bei der Liebknecht -Luxemburg-Ehrung  Ende der 80er Jahre, das eigentlich nur einen Artikel aus der DDR-Verfassung zitierte,  wurde Lengsfeld dann doch festgesetzt und für mehrere Monate ins Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen gebracht. Man legte ihr nahe auszureisen. Der Zuhörer der Lesung erfuhr, wie schwierig es war wieder Kontakt zu ihren Kindern zu bekommen und welche Rolle Anwalt Gregor Gisy dabei spielte. Auch über die Schwierigkeiten und Schulverweis ihres ältesten Sohnes berichtete sie. Beim Thema Stasi-Gefängnis hielt sich Lengsfeld in ihrer Lesung zurück. Dafür berichtete sie über die Zeiten zur und nach der Wende und ihre vielfältigen Aktivitäten.

Erfreut zeigte sie sich darüber, dass Joachim Gauck als Präsidentschaftskandidat ausgewählt wurde, auch wenn sie z.B. mit seiner Einstellungspraxis von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern in der „Gauckbehörde“ nicht einverstanden war. Sie sieht in der Aufstellung Gaucks als   Präsidentschaftskandidaten eine Anerkennung der DDR-Bürgerrechtsbewegung, denn viel zu wenig sei in er heutigen Zeit über die DDR-Oppositionsarbeit in den 80er Jahren bekannt.

Nach der Lesung beantwortete Lengsfeld noch Fragen, die zum Teil sehr persönlich waren,  und signierte ihr Buch.

Quelle: SaaleReporter.de
Autorin: Gisela Tanner
Foto: Friedrich-Naumann-Stiftung

Big Band der Bundeswehr rockt zum 85. Geburtstag Hans-Dietrich Genschers

Donnerstag, Februar 2nd, 2012

„Wir verweigern Marschmusik“ mit diesem Slogan tritt die Big Band der Bundeswehr, bekannt aus dem ZDF-Fernsehgarten, am 29. März ab 20.00 Uhr in der G.-F.-Händel Halle auf. Aus Anlass des 85. Geburtstages vom Ehrenbürger der Stadt Halle und Außenminister a.D., Hans-Dietrich Genscher, spielen sie Swing, Rock und Pop. Das Orchester gehört zu den musikalisch vielseitigsten Formationen in Deutschland.

Es bietet neben traditionellem Swing und Blues á la Glenn Miller oder Benny Goodman, Oldies der Beatles und Queen, stilechten Dixieland, brasilianischen Samba sowie aktuelle Hits. Hans-Dietrich Genscher wird als Schirmherr der Veranstaltung ebenso anwesend sein.

Mit dem Erlös unterstützt die Erhard-Hübener-Stiftung e.V. im Rahmen der „Tour der Hoffnung 2012″ die Kinderklinik der Universität Halle und den Erhalt des Geburtshauses Hans-Dietrich Genschers, der heutigen Begegnungsstätte Deutsche Einheit.

Tickets zum Preis von 15 € (12 € ermäßigt) gibt’s in allen MZ-Service Centern und in Halle, Galeria Kaufhof (Passage) – Hoteline 0345/2029771 und unter www.tim-ticket.de.

–>> Veranstaltungs-Details || Ticketbestellung

Veranstaltung: Freiheit im Internet?

Freitag, Januar 6th, 2012

am 11.01.2012

Das Leben vieler Menschen spielt sich in immer größerem Maße im Internet ab, eine digitale Bürgergesellschaft entwickelt sich. Informationen erreichen Millionen Nutzer in einer Geschwindigkeit, die herkömmliche Zeitungen blass aussehen lässt.
Die jüngere Entwicklung ist dadurch gekennzeichnet, dass Staaten die Kontrolle über das Internet einfordern. Lassen sich klassische Vorstellungen staatlicher Steuerung auf die digitale Welt übertragen oder scheitern sie hier?
Stehen Kontrolle und Regulation nicht im Gegensatz zur Idee des Internets?

Programm und Anmeldung

Was läuft im Geburtshaus Genschers?

Mittwoch, Juli 29th, 2009

Heute vormittag war ich gemeinsam mit unserem Freundeskreis aus der Hübener Stiftung , einer Museologin und einem Energieversorger in Reideburg am Genscher-Haus , um die Sonderausstellung zur Geschichte der Deutschen Einheit für den 11. September vorzubereiten.

Mit dabei ist auch der Popartkünstler der Neuen Leipziger Schule Fischer-Art. Lassen Sie sich überraschen1 Eröffnung vormerken:11.9.09 um 15 Uhr Halle, Schönnewitzer Str. Genscher- Geburtshaus.
Natürlich wird der ehemalige Bundesaußenminister selbst dabei sein und Guido Westerwelle!